Der Strohmann – Symbolfigur der Strohmannzunft

Der Strohmann bildet das Herzstück der Strohmannzunft und gilt seit jeher als kraftvolles Symbol für den Winter. Sein Auftritt steht für den Übergang der Jahreszeiten und verkörpert die Traditionen, die in der Gemeinde tief verwurzelt sind.

Eine besondere Eigenschaft dieser Figur ist das verwendete Material: Der Strohmann wird ausschließlich mit Roggenstroh eingekleidet. Dieses Stroh wird sorgfältig gereinigt, aufbereitet und anschließend in mehreren Lagen aufgebracht. Jedes Jahr werden diese Strohlagen erneuert oder behutsam ausgebessert, sodass der Strohmann stets in seinem charakteristischen Erscheinungsbild erscheinen kann.

Unter der kunstvoll gestalteten Außenhülle trägt der Strohmann einen feuerfesten Schutzanzug, auf dem die Strohlagen befestigt werden. Der Kopf der Figur besitzt ein starres Innenleben und ruht fest auf den Schultern. Diese Konstruktion verleiht dem Strohmann nicht nur sein unverwechselbares Aussehen, sondern macht ihn auch recht schwer.

Ein traditionsreiches Ritual ist das Auflegen eines Rings aus frischer Schwarzwurst über den Kopf des Strohmanns. Dieser Brauch soll symbolisieren, dass im Ort niemals Hunger herrscht – ein Zeichen für Wohlstand, Zusammenhalt und eine gesicherte Zukunft.

Aufgrund seines Gewichts und der stabilen Bauweise kann sich der Strohmann nur eingeschränkt bewegen. Dennoch beeindruckt er durch seine Präsenz und die Bedeutung, die er für das Brauchtum der Gemeinschaft trägt.

Die Treiber – Begleiter und Bewacher des Strohmanns

Eine zentrale Rolle im traditionellen Brauchtum spielen die Treiber, die den Strohmann während seines Auftritts begleiten. Gekleidet in den markanten Farben Gelb, Grün und Rot, sind sie sofort erkennbar und verleihen dem Umzug ein lebendiges, farbenfrohes Bild.

Die Treiber führen den Strohmann mit ihren Geißeln vor sich her. Sie gelten als dessen „Aufpasser“ und sorgen dafür, dass die schwere, nur eingeschränkt bewegliche Figur ihren Weg sicher durch die Straßen findet. Mit geübten Bewegungen und rhythmischen Schlägen halten sie das Tempo, lenken die Aufmerksamkeit der Zuschauer und wahren gleichzeitig den traditionellen Ablauf des Rituals.

Doch die Treiber erfüllen noch eine weitere bedeutende Aufgabe: Gemeinsam mit ihren Geißeln „vertreiben“ sie symbolisch den Winter aus dem Dorf. Jeder Schlag, jeder Schritt steht für das Ende der kalten Jahreszeit und für den Neubeginn, der mit dem Frühling einzieht. Dieser Brauch ist tief im regionalen Kulturerbe verwurzelt und wird mit großer Hingabe gepflegt.

Ein besonderes Detail ihrer Ausstattung sind die Schuhe. Sie werden in handwerklicher Feinarbeit gefertigt und individuell an die Füße der jeweiligen Träger angepasst. Dies sorgt nicht nur für hohen Tragekomfort während des Umzugs, sondern zeigt auch den Wert, der auf traditionelles Schuhmacherhandwerk und Authentizität gelegt wird.

Der Butz – auch „Butzamäggeler“ genannt

Der Butz, im Dialekt liebevoll „Butzamäggeler“ genannt, gehört zu den markantesten und lebendigsten Figuren des Brauchtums. Seine Farben Rot und Schwarz machen ihn unverwechselbar – doch nicht nur die Farbkombination ist besonders, sondern vor allem die einzigartige Anordnung: Sein „Häs“ ist im charakteristischen Schachbrettmuster gestaltet, was ihn sofort aus der Menge hervorstechen lässt.

Ein raffiniertes Detail findet sich in seiner Kleidung: Die Hose besteht aus zwei verschiedenfarbigen Seiten. Trägt der Butz das rechte Hosenbein in Rot, so sind der rechte Strumpf und das rechte Oberteil schwarz – und umgekehrt. Diese spielerische Farblogik zieht sich durch sein gesamtes Erscheinungsbild und macht die Figur zu einem kleinen Kunstwerk der Fasnet.

Auch die Schuhe des Butz sind etwas Besonderes. Handgefertigt und individuell an die Füße des Trägers angepasst, spiegeln sie die traditionelle Handwerkskunst wider und sorgen dafür, dass der Butz sich agil und sicher in der Menge bewegen kann.

In seiner Hand trägt der Butz eine Holzpritsche, ein kunstvoll bemaltes Symbol seiner Rolle. Blumenornamente und die Initialen des Besitzers schmücken das Holz und verleihen jedem Butz eine persönliche Note. Diese Pritsche ist nicht nur Dekoration – sie gehört zu den wichtigsten Requisiten seiner Aufgabe.

Denn der „Butzamäggeler“ mischt sich mitten unter die Menschen. Mit schelmischem Blick und spitzer Zunge hält er ihnen den sprichwörtlichen Spiegel vor. Er liest ihnen augenzwinkernd die Leviten, erinnert an kleine „Schandtaten“ und sorgt damit für herzhaftes Lachen genauso wie für nachdenkliche Momente. Seine Rolle verbindet Humor, Tradition und gesellschaftliche Spiegelung – ein unverzichtbares Element des lebendigen Brauchtums.