Das Strohmanntreiben – Symbol des Winteraustreibens

Die Gemeinde Sigmaringendorf liegt ungefähr 2 km donauaufwärts von Scheer in Richtung Sigmaringen, an der Einmündung der Lauchert in die Donau. Der Ort, welcher der Volkssage nach von Graf Sigmar von Pfullendorf gegründet wurde, ist älter als die Stadt Sigmaringen und findet im Jahre 1249 erstmals urkundliche Erwähnung durch das Kloster Mehrerau. Daß der Ort jedoch wesentlich älter ist, belegen Funde um eine durch den Ort führende Römerstraße mit Siedlung und Furt für die Verbindung der heutigen Städte Ravensburg, Ostrach, Inneringen und Reutlingen.

Das Strohmanntreiben, als Symbol des Winteraustreibens einerseits und des Treibens der Fasnet an sich, wird der Überlieferung zufolge bereits seit 500 Jahren durchgeführt. Ausrichter ist jeweils der Entlaß-Schüler-Jahrgang.
Die 1992 gegründete Strohmannzunft Sigmaringendorf e.V. hat sich der Förderung dieses ältesten „Dorfer“ Brauchtums verschrieben.

Daneben gestaltet die Zunft zusammen mit der Ledigengesellschaft die örtliche Straßenfasnet mit Schülerbefreiung am Auseligen, Übernahme der Rathausschlüssel, sowie Bräuteln am Fasnetsdienstag.

Strohmann Lied

1. Strophe:
Heut isch die schönste Zeit
wenn ma da Strohma treibt,
wenn ma da Strohma treibt,
isch die schönste Zeit

Strohmatreiber, Butza raus
dr Strohma muaß auf d’Gassa naus,
denn des lange Unikum
g
’hört vor’s Publikum
Strohma raus, Strohma raus, auf da Schelmawasa naus.
Strohma raus, Strohma raus, auf da Schelmawasa naus.

2. Strophe
Jetzt isch’s Dorf aus Rand und Band
im Häs springt älles umanand
Mäschkera und Bräutlingsgsella
Katzamusik Goiselschnella.

Ab sofort gilts Narrarecht
noch gohts so manchem Spitzbua schleacht.
sott ma dem it an sein Zenka
a Narraschella henka.
Strohma raus, Strohma raus, auf da Schelmawasa naus.
Strohma raus, Strohma raus, auf da Schelmawasa naus.

3. Strophe
Sind für’s hohe Narragricht
au gnuag Fasnetskiachle gricht
Narrasupp und Fasnetshenna
sott
ma au no zemma brenga.

Denn koin Narr loht mit sich spassa
beim leerem Maga, leere Kassa
au stroft ma den an Ranza na
wo rumstoht und it lacha ka!
Strohma raus, Strohma raus, auf da Schelmawasa naus.
Strohma raus, Strohma raus, auf da Schelmawasa naus.

4. Strophe
Dr Narrasoma macht Radau
schreit:Borschtig, borschtigisch dia Sau
und wenn dia Sau it borschtig isch
geits koine Leberwischt.

Und auf dr Srroß schreit jeder Fratz
hoorig, hoorig isch dia Katz
und wenn dia Katz it hoorig isch
fängt se koine Mais.
Strohma raus, Strohma raus, auf da Schelmawasa naus.
Strohma raus, Strohma raus, auf da Schelmawasa naus.

5. Strophe
Am Äschermittga do hoißt’s noch
d` Fasnet d’Fasnet hot a Loch
und aufm Schelmawasa
bei da Fichs und Hasa

Geits a ganz groß Funka-Feuer
dr Winter weat zum Pleitegeier
und dr Strohma weat am End
radikal verbrennt.
Strohma mäh, jetzt isch aus auf dem Schelmawasa draus!
Strohma mäh, jetzt isch aus auf dem Schelmawasa draus!

Noch missat d’Narra fasta.
se bringet’s Häs in Kasta.
ma duats scheee zemmalega
und denkt S’goht jo dagega!